• Ausstellung

openart Lausitz Biennale

Fr, 31.07.2026 - So, 16.08.2026

Rhythm and Flow, Still 1/Wasserfall, 2026, © Simono

Vernissage Fr. 31.07.2026, 18 Uhr

Vom 31. Juli bis 20. September 2026 präsentiert die Niederlausitz im Verbund der Landkreise und der Stadt Cottbus ein breitgefächertes Kunst- und Kulturprogramm. Es werden Arbeiten internationaler, bundesweiter und regionaler Künstler:innen aus allen Sparten der Bildenden Kunst gezeigt. Der Atelierhof Werenzhain präsentiert im Rahmen der 1. openart Lausitz Biennale vom 31.7. bis zum 16.8.2026 nachfolgende künstlerische Positionen.

weitere Informationen unter: https://openart-lausitz-biennale.de/

Cihangir Gümüstürkman verwandelt die große Wiese hinter der Scheune in ein begehbares Labyrinth, dessen Wege keinen eindeutigen Ausgang versprechen.

Victoria Gentschs Brikett-Sofa „Coal Conversation Pit“ wird zum Ort der Begegnung und des Austauschs, während Simono die andere Hälfte der Scheune mit Licht und Trommelklängen erfüllt und eine atmosphärische Gegenwelt schafft.

Im ehemaligen Tanzsaal eröffnet Inna Artemova mit ihren Malereien Visionen und Utopien eines zukünftigen Lebens in der Lausitz. Katrin Günther setzt dem großformatige Zeichnungen entgegen, in denen Transformation als ein Verwirbeln ehemals fester Strukturen sichtbar wird.

Auf der Bühne ist in einer Videoarbeit Johanna Reich zu sehen. Dem Publikum den Rücken zugewandt, steht sie in einer weiten, noch leeren Sandlandschaft und lässt – im Bild einer bereinigten, neu geordneten Welt – eine goldene Fahne im Wind flattern.

In den Galerieräumen wird die Geschichte des Ortes auf vielschichtige Weise aufgegriffen und in zeitgenössische Bildsprachen übersetzt.

Siegfried Kober zeichnet mit Draht Tiere nach, die einst zum Alltag des Hofes gehörten. Seine filigranen Skulpturen wirken wie fragile Erinnerungen, die den Raum durchziehen und ihm eine leise, beinahe flüchtige Lebendigkeit verleihen.

Parallel dazu zeigt Sabine Schäfer Fotografien von Bäumen, die in intensiven Magenta-, Türkis- und Gelbtönen verfremdet und auf Aludibond-Platten gedruckt sind. Über QR-Codes auf den Arbeiten lassen sich Klangkompositionen der Künstlerin abrufen, in denen das Summen von Bienen und Käfern eine akustische Ebene eröffnet und die visuelle Erfahrung erweitert.

Im ehemaligen Schankraum – dem zweiten Galerieraum - installiert Detlef Schweiger seine Arbeit „spectra_ flexum“. Tausende gebrauchte CDs fügen sich zu einem raumgreifenden Gefüge aus Reflexion und Licht, während die gespeicherten Inhalte der Datenträger unsichtbar und unzugänglich bleiben.

Im ehemaligen Pferdestall zeigt Luci Kork zwei Videoinstallationen, die sich auf poetische Weise mit der Geschichte der Seidenraupenzucht in der Region auseinandersetzen – einer Vergangenheit, von der die noch vorhandenen Maulbeerbäume bis heute zeugen. In einer Arbeit unternimmt sie den ebenso zarten wie aussichtslosen Versuch, einem Seidenspinner das Fliegen beizubringen. Die Geste oszilliert zwischen Fürsorge, Absurdität und stillem Widerstand gegen natürliche Grenzen. Ihre zweite Videoarbeit zeigt die Künstlerin selbst: In ein scheinbar endloses Tuch gerollt, verpuppt sie sich wie eine Seidenraupe. So entstehen Bilder von Kreisläufen und Übergängen, in denen sich historische Spurensuche und persönliche, körperliche Erfahrung miteinander verweben.

Ein filmischer Beitrag stammt von Luka Golinski und Mira Dubian. Er wurde auf den 33. Filmfestspielen Cottbus mit dem Nachwuchsförderpreis der Stiftung für das Sorbische Volk ausgezeichnet. Dieser niedersorbische Coming-Out-Film erzählt von einem Dorf, einem Sommer und einer Freundschaft – und von all den Fragen, die das Erwachsenwerden begleiten: Passen wir hier rein? Sollen wir gehen oder bleiben? Und was bedeutet es, zwischen kultureller Verwurzelung und persönlicher Selbstfindung zu stehen?